Ludwig mit HausbetreuerInnen © Christian Houdek/PID

Ludwig stellt die Wiener HausbetreuerInnen vor

"Mit einer überwältigenden Mehrheit von 84 Prozent haben sich die Wienerinnen und Wiener für die Schaffung zur Möglichkeit der Einstellung von Hausbesorgerinnen und Hausbesorgern mit modernem Berufsbild ausgesprochen. Bedauerlicherweise scheitert eine bundesweite einheitliche Regelung an der dezitierten Ablehnung der ÖVP. Ich nehme das Votum der Wiener Bevölkerung sehr ernst. Deshalb gehen wir den Wiener Weg und bieten im Bereich der Stadt Wien, wo es die Mehrheit der Mieterinnen und Mieter wünscht, mit den ,Wiener Hausbetreuerinnen und -betreuern' die Alternative zum Hausbesorger NEU an - mit fixen Ansprechpartnerinnen und -partnern, einer umfassenden Betreuung aus einer Hand und mit zeitgemäßem Berufsbild", präsentierte Vizebürgermeister Wohnbaustadtrat Michael Ludwig die neuen Wiener HausbetreuerInnen.

Die ersten, vorerst acht, Wiener HausbetreuerInnen nehmen mit September ihre Arbeit auf. Sie sind bei der Wiener Wohnen Haus- und Außenbetreuung GmbH nach dem Kollektivvertrag für Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger angestellt.
 

Klar definierte Aufgaben zu fixen Arbeitszeiten

Die Wiener HausbetreuerInnen sind täglich und ausschließlich in der von ihnen betreuten Wohnhausanlage vor Ort und  haben fixe, den MieterInnen bekannte, Sprechstundenzeiten. Der Leistungsumfang bezieht sich auf die Reinigung der gesamten Innen- und Außenbereiche zu klar festgelegten Dienstzeiten. Ausgenommen davon ist der Winterdienst, der aufgrund der geltenden Bestimmungen des Arbeitszeit- und Arbeitszeitruhegesetzes nicht möglich ist. Bei Schneefall ist vorgesehen, dass die Wiener HausbetreuerInnen die vorherrschenden Witterungsverhältnisse telefonisch an die Einsatzleitung melden und bei Gefahr in Verzug - etwa bei Blitzeisbildung - eine Streuung durchführen. "Die Hausbesorgerinnen und Hausbesorger, wie wir sie jetzt zum Teil noch haben, sind vom Arbeitszeitruhegesetz ausgenommen. Beim Wiener Weg darf aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen die wöchentliche Arbeitszeit von fünfzig Stunden nicht überschritten werden", führte Wohnbaustadtrat Ludwig aus.
 

Verpflichtende Schulung in Kommunikation und Methoden zur Konfliktmanagement

Die Wiener HausbetreuerInnen werden mit dem Ziel der internen Qualifikation auf ihre Aufgaben praktisch und fachlich bestens vorbereitet. Neben der allgemeinen Einführung werden die neuen MitarbeiterInnen durch den Einsatz in einem erfahrenem Team umfassend mit der professionellen Reinigung und Durchführung von Reparaturen - gemäß den Standards der Haus- und Außenbetreuungs GmbH - vertraut gemacht. Verpflichtend vorgesehen ist ebenso eine Aufzugsschulung, um die Betreuung der Lifte gemäß der geltenden Rechtsvorschriften gewährleisten zu können. "Außerdem - und das ist mir besonders wichtig - werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Kommunikation und Methoden der Konfliktmanagement geschult. Damit entsprechen wir dem Wunsch vieler Mieterinnen und Mieter nach sozial kompetenten und hervorragend ausgebildeten Ansprechpartnerinnen und -partnern", hielt Ludwig fest.
 

Keine Dienstwohnung - faires und transparentes Entlohnungssystem

Die Wiener HausbetreuerInnen werden nach der zu reinigenden Fläche (Stiegenhäuser, allgemeine Flächen) und den zu verrichtenden Tätigkeiten leistungsgerecht entlohnt. Bei der Zuordnung der zu betreuenden Gebäudeteile wird darauf geachtet, dass neben der Reinigung, den Kontrollgängen und Kleinreparaturen auch Zeit für die MieterInnen vorhanden ist. Der direkte Kontakt zwischen den MieterInnen und den Wiener HausbetreuerInnen ist ein von Wienerinnen und Wienern vielfach geäußerter Wunsch, dem durch diese Regelung Rechnung getragen wird.

"Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass viele Mieterinnen und Mieter für die Betreuung aus einer Hand und dafür, dass jemand in der Anlage ist, der auch für den sozialen Zusammenhalt sorgt, auch bereit sind, etwas höhere Betriebskosten zu leisten. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass ein Mehr an Leistung auch eine Mehr an Kosten bedeutet. Das Wiener Modell bietet ein faires und transparentes System, das nur einen minimalen finanziellen Mehraufwand bedeutet", unterstrich der Wiener Wohnbaustadtrat.

Er verwies darauf, dass die Wiener HausbetreuerInnen nur dort zum Einsatz kommen, wo es auch dem Wunsch der Mehrheit der MieterInnen entspricht: "Ich habe immer für die Wahlfreiheit zwischen der Rundum-Betreuung aus einer Hand, bei der auch jemand auf das gute Miteinander der Gemeinschaft schaut, und der ausschließlichen Reinigung plädiert. Diese Wahlfreiheit bieten wir in Wien jetzt in den städtischen Wohnhausanlagen an". Erfreulich sei, dass auch zahlreiche gemeinnützige Bauträger ihr Interesse am Wiener Weg der Hausbetreuung angemeldet haben. Im Gegensatz zu den bisherigen HausbesorgerInnen ist keine Dienstwohnung vorgesehen. Die Vertretung während des Urlaubs oder im Krankheitsfall erfolgt durch Teams der Wiener Wohnen Haus- und Außenbetreuung GmbH und kann nicht wie bei den bestehenden HausbesorgerInnen selbst geregelt werden.

ÖVP soll Blockadehaltung aufgeben

"Die Stadt Wien hat ihr Versprechen eingelöst und ein transparentes System mit Wahlfreiheit für die Gemeindemieterinnen und -mieter geschaffen. Es ist nun an der ÖVP im Interesse aller Mieterinnen und Mieter - unabhängig von der Wohnform - ihre Blockadepolitik zu beenden und ein bundesweites, modernes Hausbesorgergesetz zu ermöglichen", so Vizebürgermeister Ludwig abschließend.

Informationen für MieterInnen und BewerberInnen gibt es Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung GmbH, Landstraßer Hauptstraße 99/1/3A 1030 Wien,  http://www.hausbetreuung-wien.at/ Servicenummer: 0800 80 80 27

Personen:

02.09.2010