Von den medial präsentierten Planungsschritten zur Entwicklung des Franz-Josefs-Bahnhof-Areals zeigt sich der Alsergrunder Gemeinderat Siegi Lindenmayr grundsätzlich angetan: "Wenn die Wirtschaftsuniversität absiedelt, finden wir schlagartig riesige Entwicklungsmöglichkeiten im 9. Bezirk vor. Unser Ziel muss es sein, hier gemeinsam einen neuen Stadtteil entstehen zu lassen, der eine hohe architektonische Qualität aufweist und eine angenehme Atmosphäre zum Wohnen, Arbeiten, Studieren und Verweilen schafft. Bei der Nutzungsmischung gilt es somit die Ansiedlung von Arbeitsstätten, sonstigen Bildungs- und Freizeiteinrichtungen sowie der Kultur zu berücksichtigen."
Breiterer Fokus als auf Bahnhof - neue Wohnformen und Stadtteil-Identität stärken
Gleichzeitig dürfe aber der Fokus nicht ausschließlich darauf liegen, was nun mit dem Franz-Josefs-Bahnhof an sich passiert. "Auch wenn die idealtypische Umsetzung der genannten Ziele vor allem mit einem Abbruch oder einer Absiedlung von Teilen des Franz-Josefs-Bahnhofs möglich wäre, so umfasst das 24 Hektar große Gebiet doch deutlich mehr als nur das Bahnhofsgebäude. Dabei reden wir von einem Zukunftsbild eines belebten Stadtteils mit entsprechender Infrastruktur der für ein hohes Sicherheitsgefühl sorgt. Aber auch von innovativen Wohnformen, bspw. Generationenwohnen, die den Stadtteil attraktiv machen."
In besonderem Maße müsse auch darauf geachtet werden, dass das Gebiet in gleicher Weise attraktiv für Anrainerinnen und Anrainer aber auch für Investoren bleibt, immerhin gilt es nutzungsflexible Gebäude in nachhaltiger und energieeffizienter Bauweise zu errichten. "Besonders wünschenswert wäre es für uns, wenn sich unter den Neubauten auch einprägsame "Landsmarks" befinden, um damit die Identität des neuen Stadtteils zu stärken", so Lindenmayr.
Ruhenden Verkehr berücksichtigen und Baumbestand erweitern
Eine Herausforderung werde in dem mehrstufigen Planungsverfahren, das ein städtebauliches Leitbild auf Basis eines internationalen Wettbewerbs vorsieht, natürlich die Verkehrsfrage darstellen. "Grundsätzlich ist das Gebiet gut an den Öffentlichen Verkehr angebunden, weshalb auch eine kurze Anbindung des Areals an das übergeordnete Straßennetz völlig ausreichend ist. Dennoch müssen für den ruhenden Verkehr in ausreichendem Ausmaß Stellplätze vorgesehen werden. In überwiegendem Maße durchaus in leistbaren Tiefgaragen bei gleichzeitigem Verzicht auf die Neuerrichtung von zusätzlichen Oberflächenstellplätzen", betont der SP-Gemeinderat.
Der dadurch freigehaltene Platz im Oberflächenbereich soll vor allem zusätzlichen Spielraum sowie Grün- und Freiflächen zugute kommen. Auch der Baumbestand soll erhalten bzw. erweitert werden.
Anliegen der Alsergrunder Bevölkerung berücksichtigen
Dem derzeitigen Planungsstadium ging bereits im Herbst 2010 durch die SPÖ Alsergrund und Bezirksvorsteherin Martina Malyar ein Ideenfindungsprozess voraus, um gemeinsam mit der Bevölkerung des 9. Bezirks Ziele und Ideen zu erarbeiten sowie Empfehlungen für den weiteren Planungsprozess auszusprechen. "Die frühzeitige Einbindung der Bürgerinnen und Bürger noch vor der eigentlichen Planungsphase durch die Expertinnen und Experten war uns von Seite der Sozialdemokratie ein großes Anliegen, um die konkreten Wünsche der Menschen im 9. Bezirk herausarbeiten zu können."
"Wir werden sowohl auf städtischer Ebene, als auch im Bezirk penibel darauf achten, dass die Ideen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auch ihren Weg in die das Leitbild finden werden", unterstreicht Lindenmayr.