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"Die Anstrengungen, die die einzigartige, ergänzende städtische Arbeitsmarktpolitik leistet, werden auch 2012 fortgesetzt, um gegen die Krise, die sich auch am Wiener Arbeitsmarkt zeigt, weiter anzukämpfen", skizzierte heute Vizebürgermeisterin Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters die Schwerpunkte im Bereich der kommunalen Arbeitsmarktpolitik im Jahr 2012.
Arbeitsmarktpolitik findet auf drei Ebenen statt. "Erstens ist es von zentraler Bedeutung, ein wirtschaftsfreundliches Klima zu schaffen, damit gesunde Betriebe Arbeitsplätze schaffen können. Das tut die Stadt Wien durch verschiedene Initiativen, Förderschienen und eine Standortpolitik, die Ansiedelungen begünstigt. Wir sorgen dafür, dass die Wiener Betriebe wachsen und Arbeitskräfte aufnehmen können", so Brauner.
Eine zweite Ebene ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Die Vermittlung arbeitsloser Personen zurück auf den Arbeitsmarkt ist Kompetenz des Bundes. Deshalb gibt es eine klare Aufgabenteilung zwischen waff und AMS: Aufgabe des Arbeitsmarktservice ist die Vermittlung arbeitsloser Personen in den Arbeitsmarkt, Aufgabe des waff ist die Unterstützung der Wiener ArbeitnehmerInnen bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung und damit zur Sicherung ihres Arbeitsplatzes. "Es freut mich, dass das AMS Wien heuer deutlich mehr Budget für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zur Verfügung hat", so Brauner. Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um jene Wiener und Wienerinnen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, in Betriebe zu vermitteln.
Auf einer dritten Ebene ist es im Bereich der Arbeitsmarktpolitik entscheidend, dass Menschen fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden. Dies gelingt in einem hohen Ausmaß durch Qualifikation, die entscheidend ist, wenn es darum geht, einen Arbeitsplatz zu bekommen und abzusichern. Auf Grundlage des Arbeitsprogramms stehen dem waff im Jahr 2012 rund 58 Mio. Euro zur Verfügung. Insgesamt können damit rund 27.500 Wiener und Wienerinnen, davon 58 Prozent Frauen, unterstützt werden. Bei fast allen Initiativen und Maßnahmen des waff steht die berufsbezogene Aus- und Weiterbildung im Mittelpunkt.
Neu: Höhere Förderungen für geringqualifizierte und einkommensschwache Berufstätige
Im waff Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung werden zukünftig ArbeitnehmerInnen, die keine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung haben, und ArbeitnehmerInnen mit niedrigen Einkommen ganz besonders unterstützt. Vor allem das Nachholen von formalen Bildungsabschlüssen – sei es ein Lehrabschluss oder auch die Berufsreifeprüfung – soll dadurch vorangetrieben werden. Denn bei Bewerbungen ist der formale Abschluss oft das entscheidende Kriterium für die Anstellung.
ArbeitnehmerInnen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen und einen Lehrabschluss nachholen wollen, können mit bis zu 3.000 Euro Förderung rechnen. Wer die Berufsreifeprüfung ablegen will, kann für die notwendigen Vorbereitungskurse bis zu 1.000 Euro Förderung erhalten. Unabhängig von den bisher erworbenen Formalqualifikationen können Wiener Beschäftigte zukünftig mit bis zu 1.000 Euro gefördert werden, wenn sie weniger als 1.300 Euro netto im Monat verdienen – häufig sind das Teilzeitbeschäftigte und Frauen. Was ist neu ab 1. Februar 2012:
Bildungskonto plus: Der Weiterbildungs-Tausender des waff für beschäftigte WienerInnen
•Bis zu 1.000 Euro (max. 90 Prozent) für berufsbezogene Weiterbildung für Beschäftigte mit maximal Pflichtschulabschluss.
•Bis zu 3.000 Euro (max. 90 Prozent), wenn zusätzlich der außerordentliche Lehrabschluss nachgeholt werden soll.
•Bis zu 1.000 Euro (max. 50 Prozent) für Personen, die nicht mehr als 1.300 Euro netto im Monat verdienen (wichtig: der Antrag auf Förderung muss in diesem Fall unbedingt vor Kursbeginn gestellt werden).
•Bis zu 1.000 Euro für die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung, Matura oder für Bildungsmaßnahmen im Rahmen eines Nostrifizierungsverfahrens.
Für alle anderen Wienerinnen und Wiener wird es auch weiterhin das bekannte Bildungskonto des waff geben, das für alle Beschäftigten und Arbeitslosen –unabhängig von ihrer formalen Ausbildung – eine Förderung für Weiterbildungen bei vom waff anerkannten Bildungsträgern in der Höhe von 200,– Euro für Beschäftigte bzw. 300,– Euro für Arbeitslose vorsieht.
Weiterentwicklung der Wiener Ausbildungsgarantie
Ein zentraler Schwerpunkt der Wiener Arbeitsmarktpolitik bleibt auch in Zukunft die Wiener Ausbildungsgarantie für Jugendliche. "Etwa 4.000 junge Menschen erhalten in überbetrieblichen Lehrwerkstätten eine gute Ausbildung für ihre persönliche Zukunft und auch eine Absicherung: denn wer einen Bildungsabschluss vorweisen kann, ist weniger oft von Arbeitslosigkeit betroffen, und damit vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besser abgesichert", erläutert Brauner. Die überbetriebliche Lehrausbildung wird im Umfang und in der konzeptionellen Ausrichtung laufend an den Ausbildungsbedarf in Wien angepasst. Besonderes Augenmerk liegt darauf, dass die Lehrlinge noch während der Ausbildung in einen Wirtschaftsbetrieb wechseln.
Eine wichtige Neuerung ist das von Bundesminister Rudolf Hundstorfer angekündigte "Jugendcoaching", das ab dem Jahr 2012 flächendeckend in ganz Wien vom Bundessozialamt Wien in Kooperation mit allen Wiener Schulen umgesetzt wird. Die Wiener Pilotprojekte C’mon 14 und m.o.v.e. on waren dafür Vorbild.
Ein weiterer Baustein der Ausbildungsgarantie sind niedrigschwellige Angebote für Jugendliche, die ohne jede Anbindung an Schule, Lehre oder arbeitsmarktpolitische Unterstützung sind. In enger Kooperation mit der Wiener außerschulischen Jugendarbeit werden Jugendliche im öffentlichen Raum auf die Angebote von space!lab aufmerksam gemacht. Dort erproben sie praktische Arbeiten, erhalten sozialarbeiterische Betreuung und haben einen Perspektivencoach zur Seite, der bei der Entwicklung realistischer und dennoch attraktiver beruflicher Ziele hilft. Bei space!lab werden die Jugendlichen so weit vorbereitet, dass sie eine Ausbildung beginnen oder eine Beschäftigung aufnehmen können.
Neue Beschäftigungschancen im Gesundheits- und Pflegebereich
Demografische Veränderung, veränderte Familienstrukturen und zunehmende Professionalisierung tragen dazu bei, dass im Sektor Gesundheit und Sozialwesen nach wie vor neue Arbeitsplätze in Wien entstehen, für die es nicht genügend qualifizierte BewerberInnen gibt. Dadurch entstehen Chancen für Wienerinnen und Wiener, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten und eine Ausbildung für konkrete Jobs machen möchten.
Der waff hilft, die Lücke zwischen der Nachfrage der Betriebe und dem Angebot auf dem Wiener Arbeitsmarkt zu schließen. Er unterstützt die Betriebe bei der Personalsuche und Personalvorauswahl und fördert die Qualifizierung im Gesundheits- und Pflegebereich. Das Besondere an diesem Angebot ist: Wer das Auswahlverfahren durchläuft und in die Ausbildung aufgenommen wird, hat bereits einen Job in der Tasche.
Es werden Ausbildungen als HeimhelferInnen, PflegehelferInnen und diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen angeboten. Insgesamt werden im Jahr 2012 vom waff gemeinsam mit den künftigen ArbeitgeberInnen 1.000 arbeitslose WienerInnen ausgebildet.
Aktuell werden vom waff BewerberInnen für 45 Heimhilfe-Stellen gesucht. Die Angebote sind online zu finden unter: www.personalfinder.at
Kooperation mit der Wirtschaft
Der waff unterstützt in enger Kooperation mit der Wirtschaftsagentur Wien wachsende Wiener Unternehmen bei der Besetzung der entstehenden zusätzlichen Arbeitsplätze. Im Fokus stehen beispielsweise Handelsunternehmen und Unternehmen, die teilweise sehr hochspezialisierte Produkte und Dienstleistungen anbieten, etwa im IT-Bereich oder der Umwelttechnologie.
Link: waff
